Zahnwurzelbehandlung (Endodontie)

Erhalte Deinen Zahn! Kampagne / Initiative der Deutschen Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie.

Zahnerhaltung durch Zahnwurzelbehandlung Erklärend sei vorweg erwähnt, dass die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) und die Deutsche Gesellschaft für Endodontie (DGEndo) gemäß dem Motto “Kräfte bündeln“ Ihre Satzung zum Wohle einer produktiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit geändert hatte ohne Ihre Eigenständigkeit zu verlieren und den jeweils eigenen Vorstand beizubehalten. Unter der DGZ, die zu einem großen Dachverband ausgebaut wurde, arbeiten heute Fachgesellschaften für die einzelnen Gebiete der Zahnerhaltung auf autonomer Basis zusammen.
Durch die Bündelung der Kräfte und der Nutzung von Synergieeffekten wird eine gemeinsame Vertretung des Bereiches der Zahnerhaltung erreicht.
Die DGEndo wird künftig in der DGZ den Bereich der Endodontologie vertreten. Daraus entstanden ist die neue Namensgebung “Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie (DGET). Dadurch wird ersichtlich, dass die häufig mit Erkrankungen des Endodonts einhergehende zahnärztliche Traumatologie ebenfalls abgedeckt wird.

Die Behandlungsoptionen einer Zahnwurzelbehandlung

Wurzelkanalbehandlung

Vorgehensweise:

Lokalanästhesie
Ihr behandelnder Zahnarzt wird vor Beginn der Wurzelkanalbehandlung eine Lokalanästhesie vornehmen. Ob eine Injektion ausreichend ist hängt u. a. vom Entzündungsgrad ab.
Anschließend unterteilt sich diese Behandlung in mehrere Schritte:

Eröffnen der Zahnkrone
Oberstes Gebot ist die Keimfreiheit. Schließlich soll das Zahninnere dauerhaft von Bakterien befreit werden damit Ihnen der Zahn erhalten bleibt. Deswegen wird der Zahn zu Beginn durch ein Latexgummi isoliert wodurch bakterienfreies Arbeiten gewährleistet wird.

Erweitern der Wurzelkanäle mit kleinen Feilen
Jetzt heißt es, die Eingänge zu den einzelnen Kanalsystemen bis zur Nervhöhle (Pulpakammer) zu finden und diese durchgängig zu machen.
Da die Krümmung der Wurzelkanäle unterschiedlich ausgeprägt ist muss mit hochflexiblen Geräten gearbeitet werden. Dies gilt ganz besonders bei den Seitenzähnen, den Molaren und Prämolaren). In den letzten Jahren hat sich die Nutzung von maschinell betriebenen Instrumenten zusätzlich zu den kleinen Feilen als sehr erfolgreich erwiesen.

Nervhöhle (Pulpakammer) reinigen
Ist dies geschafft werden Bakterien und Giftstoffe und evtl. altes Füllmaterial entfernt und die Kanäle incl. der Pulpakammer großzügig mit Instrumenten und Spüllösungen gereinigt und erweitert. Es besteht die Möglichkeit, die Spüllösungen zu erwärmen und mittels Ultraschall zu aktivieren um die Wirksamkeit zu erhöhen. Diese Vorgehensweise wird “chemo-mechanische Reinigung“ genannt.
Optional kann jetzt eine medikamentöse Einlage erfolgen die aus Calciumhydroxid mit einem pH-Wert von ca. 12 besteht. Dieser Wert verhindert das Überleben von Bakterien.
Die aufbereiteten Wurzelkanäle werden jetzt vollständig und dicht verschlossen. Dies verhindert eine erneute Besiedelung der Wurzelkanäle mit Bakterien.

Bakterien gelangten in den Wurzelkanal:
Wird der Wurzelkanal erneut von Bakterien besiedelt ist eine weitere Entzündung meistens schon vorprogrammiert. In diesem Fall ist eine Revisionsbehandlung unumgänglich um wieder ein gesundes Wurzelumfeld zu schaffen.

Abschließend Versiegeln mit plastischem Material
Leider ist durch die Karies aber auch durch die Behandlung viel Substanz verloren gegangen. Deswegen müssen die restlichen Zahnteile stabilisiert werden. Um diese Stabilisierung zu erreichen kann die Zahnkrone mit einem Kunststoffmantel vollflächig verklebt werden. Eine Teilkrone oder auch eine stabilisierende Krone bilden den Abschluss der Behandlung.

Revision einer Zahnwurzelbehandlung

Wann erforderlich:
Wenn bei der ersten Wurzelbehandlung keine ausreichende Reinigung erfolgen konnte.

Dies hat dann zur Folge, dass Bakterien zurückbleiben, sich erneut vermehren und dann unter Umständen eine Knochenentzündung an der Wurzelspitze verursachen. Auch wenn dieser Zustand unter Umständen nicht schmerzt muss die vorhandene Wurzelfüllung entfernt und die Reinigung wiederholt werden.
Weitere Gründe für eine Revisionsbehandlung können sein, dass Wurzelkanäle übersehen wurden oder in nicht ausreichender Länge und Breite bearbeitet wurden. Manchmal ist die Reinigungswirkung aufgrund der komplexen Kanalanatomie auch nicht ausreichend gewesen.

Abdichtung wurde undicht
Eine erneute Infektion durch bakterielle Besiedelung des bereits gefüllten Kanalsystems kann entstehen wenn die Abdichtung nach der Behandlung undicht war oder wurde und auf Grund dessen dem Speichel mit seinen Bakterien ausgesetzt wurde. Auch eine zu späte Versorgung mit einer definitiven oder unkorrekten Füllung oder Krone kann die Ursache sein.

Versorgung mit einer definitiven Füllung oder Krone. Mit diesem Schritt wird der zu Behandlungszwecken geöffnete Wurzelkanal wieder
geschlossen um ihn vor Bakterien und Giften zu schützen und so erneuten Entzündungen vorzubeugen.

Endodontische Chirurgie

Optimaler Weise werden Wurzelspitzenresektionen (WSR) unter viereinhalbfacher Lupenbrille bzw. dem Operationsmikroskop durchgeführt weil das menschliche Auge nicht in der Lage ist die feinen Strukturen adäquat zu visualisieren. Einfärbungen des Wurzelkanalquerschnitts werden mit MethylenBlau durchgeführt. So können Isthmen und allerfeinste Wurzelkanäle erkannt und gefüllt werden. Eine retrograde Wurzelfüllung erfolgt um eine knöcherne Ausheilung im apikalen Bereich incl. einer erneuten Infektion durch Bakterien zu vermeiden. Dafür wird der Wurzelkanal mit Ultraschallinstrumenten, die diamantiert sind, aufbereitet und mit Super EBA gefüllt.

Wann erforderlich:
Wenn auch bei der Revisionsbehandlung kein Erfolg erzielt wurde
Der mikrochirurgische Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung. Zuerst wird das Zahnfleisch im Bereich der Wurzelspitze gelöst und anschließend durch den oberflächlichen Knochen ein Zugang geschaffen um die gesamte Wurzelspitze mit dem entzündeten Gewebe zu entfernen um dann den Wurzelkanal zu reinigen und eine abdichtende Füllung einzubringen. So kann der fehlende Erfolg einer Resektionsbehandlung, die Entzündungsfreiheit, mikrochirurgisch nachgeholt werden.

Besonders resistente Bakterien sich eingenistet haben
Bevor sich resistente Bakterien unaufhaltsam vermehren und immer größeren Schaden anrichten werden mit den Möglichkeiten der endodontischen Chirurgie alle Infektionsherde bis hinunter zur Wurzelspitze beseitigt.

Bei Beschädigung der Wurzeloberfläche
Normalerweise ist das Dentin der Zahnwurzel physiologisch von Wurzelzement bedeckt. Dieser bewirkt einen gewissen Schutz vor der Demineralisation des Dentins. Ist diese Zementschicht jedoch beschädigt liegt das Dentin ohne Schutz frei und kann durch Mikroorganismen angegriffen werden.