Parodontitis verursacht deutlich höheres Brustkrebsrisiko

Veröffentlicht am 02.02.2016 in Zahnmedizin

Brustkrebsrisiko bei Parodontitis

Brustkrebsrisiko bei Parodontitis Foto: @ frantic01010 / Fotolia

In der wissenschaftlichen Forschung tauchen immer mehr Hinweise darauf auf, dass es einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und anderen Erkrankungen gibt. Ein erhöhtes Risiko von Herz- Kreislauf-Erkrankungen gilt inzwischen als sicher. Ein amerikanisches Forscherteam hat nun im Rahmen der Women’s Health Initiative Observational Study untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Parodontitis gibt, und kam zu eindeutigen Ergebnissen.

Insgesamt 73.737 Frauen nach der Menopause (Wechseljahre) wurden untersucht. Während der Studiendauer von 6,7 Jahren erkrankten 2.124 der Frauen an einem Mammakarzinom.

Die Studie fand heraus, dass vor allem Frauen mit Parodontitis, die in den vergangenen 20 Jahren geraucht hatten und inzwischen das Rauchen aufgegeben hatten, ein 36 Mal höheres Brustkrebsrisiko hatten. Bei aktiven Raucherinnen waren die Zahlen vergleichbar: Ihr Brustkrebsrisiko war bei vorliegender Parodontitis um 32 Prozent erhöht. Hingegen lag bei Frauen, die noch nie geraucht hatten das Risiko nur noch bei sechs Prozent.

Die Forscher vermuten folgende Ursache: Die Mundflora von Rauchern und Nichtrauchern unterscheidet sich laut Forschungsleiter Jo Freudenheim signifikant. Eine entzündliche Parodontitis führt dazu, dass immer wieder Bakterien in den Blutkreislauf gelangen. Wie der Wirkzusammenhang genau funktioniert, konnten die Forscher bislang noch nicht klären.

Parodontitis – mehr als nur eine schmerzlose Entzündung

In der Wahrnehmung der meisten Patienten ist Parodontitis im schlimmsten Fall lästig, wenn nach einem deutlichen Zahnfleischrückgang lange Zahnhälse sichtbar werden. Da die Erkrankung sehr lange schmerzlos bleibt, wird der Zahnfleischentzündung ansonsten aber wenig Beachtung geschenkt. Zahnarzt Nikolaos Roussos vom Denvita Dentalzentrum in Köln ermutigt Patienten und vor dem Hintergrund der jüngsten Forschungsergebnisse insbesondere auch Patientinnen, den kurzen Check, ob eine Parodontitis vorliegt, regelmäßig vornehmen zu lassen:

„Eine fachgerechte Parodontitis Behandlung trägt maßgeblich zur Verbesserung der Zahngesundheit und zur Gesundheit des ganzen Menschen bei. Die Kosten hierfür werden, nach einer vorherigen Beantragung, in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Wenn Sie beim Blick in den Spiegel feststellen, dass Ihr Zahnfleisch zurückgeht, sprechen Sie Ihren Zahnarzt auf Ihr persönliches Parodontitis-Risiko an. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt sind die Behandlungsergebnisse am besten.“

Vor einer Parodontitis-Behandlung findet – je nach Hygienestatus der Zähne – in den meisten Fällen eine professionelle Zahnreinigung statt. Vor Beginn der eigentlichen Behandlung wird noch einmal der richtige Einsatz von Zahnbürste, Zahnseide und Zahnzwischenraum-Bürstchen besprochen.

Quelle: „Periodontal Disease and Breast Cancer: Prospective Cohort Study of Postmenopausal Women“ im Journal Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention.

Zahnarzt Nikolaos Roussos praktiziert im Denvita Dentalzentrum als Implantologe und Master of Science im Fachbereich Parodontologie.

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