Zahnkrone (corona dentis)

Der aus dem Zahnfleisch herausragende obere Teil des Zahnes ist die so genannte natürliche Krone. Ihr lateinischer Name ist corona dentis. Dieser Teil des Zahnes ist mit der härtesten körperlichen Substanz bedeckt, dem Zahnschmelz. Als Klinische Krone wird der sichtbare Zahnteil genannt. Der Ursprung für die Bezeichnung “Krone“ basiert auf den rundum am Zahn angeordneten Zacken und den Höckern die zusammen Ähnlichkeit mit einer königlichen Krone haben.

Die natürliche Krone

Der untere Anteil des Zahnes ist die Zahnwurzel welche im Knochen verankert ist und die Krone trägt. Den Übergang bildet der Zahnhals. Liegen krankhafte Veränderungen vor die zu Knochenrückbildung führen verlagert sich der Zahnteil der aus dem Knochen herausragt. Die Zahnkrone wirkt länger weswegen im Volksmund oft von langen Zähnen gesprochen wird. Dies kann bei einer Zahnfleischentzündung (Parodontitis) aber auch einer nicht entzündlichen Atrophie der Fall sein.
Betrachtet man das Verhältnis der Zahnlängen vom Zahnteil im Knochen und dem aus dem Knochen herausragenden Teil ist die Rede von einem Kronen-Wurzel-Quotienten. Das normale Längenverhältnis von Krone zu Wurzel beträgt 1:2. Ab 1:1 und weniger liegt die Indikation für eine Zahnentfernung (Zahnextraktion) vor. Der Grund ist, dass die Wurzel nicht mehr genügend Halt im Knochen findet. Häufig ist im Seitenzahngebiet die Bifurkation (zweigeteilte Wurzel) bzw. Trifurkation (dreigeteilte Wurzel) bereits freigelegt wodurch der Zahn anfängt zu wackeln und seiner Funktion nur noch bedingt nachkommen kann. Nicht selten ist ein Zahn in diesem Zustand trotz allem von der Zahnhartsubstanz her völlig intakt. Zahnschmelz, Zahnbein und Wurzelzement zeigen keine Defizite, keine Karies ist nachweisbar.

Die künstliche Krone

Um eine künstliche Zahnkrone verankern zu können muss die natürliche Zahnkrone entsprechend präpariert werden. Dafür wird der sichtbare Zahn rundherum zylindrisch oder konisch bis ca. 1mm unter den Zahnfleischsaum beschliffen. Häufig wird am Zahnhals eine hohlkehlförmige Stufe angelegt. Damit genügend Platz für einen gesunden Gegenbiss vorhanden ist muss auch bei der Kaufläche bzw. Schneidekante entsprechend der anatomischen Gegebenheit abgeschliffen werden. Anschließend wird der präparierte Zahnstumpf mit Silikon oder Hydrokolloid als Abformmasse abgeformt. Dieses Abformungsmodell dient dem Zahntechniker als Vorlage für ein Arbeitsmodell. Auf diesem kann dann die Krone gefertigt werden.
Aufgesetzt werden können künstliche Kronen auf Zahnstümpfen und auf Zahnimplantaten. Auch Wurzelstiftaufbauten sind so möglich.
Ist genügend Zahnsubstanz vorhanden, kann mit einer Aufbaufüllung der Zahnstumpf komplettiert werden. Ist dies nicht der Fall besteht die Möglichkeit einen Stiftaufbau im Wurzelkanal zu verankern.

Metallbasierte Kronen

Die Herstellung ist möglich aus einer hochwertigen oder reduzierten Goldlegierung. Auch Titan oder eine Nichtedelmetalllegierung (NEM) können verarbeitet werden. Werden weniger hochwertige Metalle wie zum Beispiel Palladium beigemischt sind unter Umständen Allergien oder Verfärbungen der Mundschleimhaut zu befürchten. In der modernen Zahnersatzversorgung werden deshalb Materialien wie NEM, biokompartible edelmetallfreie Legierungen oder auch Titan als kostengünstige Alternative verwendet.
Kronen auf Metallbasis können als unverblendete-, teilverblendete- oder voll verblendete Kronen hergesellt werden. Für die Verblendung wird entweder ein Verblendungskunststoff auf Kompositbasis oder Keramik verwendet. Zu bedenken ist, dass die Keramikverblendung im Vergleich zur Kunststoffverblendung eine bessere Farbstabilität und auch höhere Abrsionsstabilität (Abnutzungsstabilität) besitzt. Deren hoher Härtegrad hat aber wiederum den Nachteil, dass ein natürliches Einschleifen (gleichmäßige Abrasion) verhindert wird. Dadurch können die gegenüberliegenden Zähne (Antagonisten) in erhöhtem Maße abgekaut werden was im Endeffekt zu Kiefergelenksbeschwerden führt.

Kronen auf Galvano Basis

Hier spricht man von Kronen mit galvanisch geschiedenen Grundgerüsten. Sie bestehen aus reinem 999er Gold und bei Zimmertemperatur elektromechanisch angefertigt und abschließend zahnfarben verblendet. Ihnen wird eine sehr hohe Passgenauigkeit, hohe Ästhetik und Körperverträglichkeit attestiert.

Vollkeramikkronen

Diese Kronen haben meist anstelle eines Metallgerüsts einen Kern der überbrannt wird. Auf einem CNC-Bohr- und Fräswerk aus Zirkonoxid kann der Kern gefräst und anschließend mit Keramik verblendet werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Krone anschließend bei hoher Temperatur aus flüssiger Keramik zu pressen. Dann ist von so genannter Presskeramik die Rede. Eine zusätzliche Verblendung ist eigentlich dann nicht mehr erforderlich. Allerdings würde diese Vorteile für die Herstellung von Transluzenz (partielle Lichtdurchlässigkeit) und Opaleszenz (Farbigkeit mancher Stoffe durch Streuung und Lichtinterferenz). Eine natürliche Farbwirkung kann nachgebildet werden. Durch eine geringere Wärmeleitfähigkeit kommt es bei Vollkeramikkronen überdies zu geringeren thermischen Reizen.