Weisheitszähne


Der Weisheitszahn – ein besonderer Zahn

Im Praxisalltag des Zahnarztes hört man oft  „ … mit Weisheitszähnen hatte ich noch nie Probleme.“ Doch der Weisheitszahn ist ein besonderer Zahn, der sich in wesentlichen Eigenschaften von den übrigen Zähnen unterscheidet.

Wir vermitteln Ihnen hier einen Überblick über die Besonderheiten des Weisheitszahns und seiner Bedeutung für Ihre Zahngesundheit.

Wenn Sie akute Schmerzen im Backenzahnbereich haben oder sonstige Probleme mit einem Weisheitszahn, rufen Sie bitte 0221 27 24 34 0 an. Oder nutzen Sie unser Online-Termin-Modul um einen Beratungs- bzw. Behandlungs-Termin zu vereinbaren.

Weisheitszähne kommen meist erst im Alter zwischen 16 und 18 Jahren zum Vorschein. Da der Kiefer bereits mit einem (fast) vollständigen Gebiss ausgestattet ist, drücken Weisheitszähne oft mit großer Kraft auf die vorhandenen Zähne, ja sogar auf die ganze Zahnreihe. Dadurch kommen die vorhandenen Zähne in Bedrängnis und ändern unter Umständen ihre Lage. Ein Schiefstand der Zähne auch im Frontzahnbereich kann entstehen.

Der Druckschmerz ist zum Leidwesen der Patienten oft deutlich zu spüren. Ob der Zahnarzt eingreifen muss, zeigt sich am sichersten durch eine Röntgenaufnahme des Kiefers. Dank digitaler Röntgentechnik ist die Strahlenbelastung dabei äußerst gering. Falls Sie unter unklaren Beschwerden im Backenzahn- oder Kieferbereich leiden, konsultieren Sie bitte einen Zahnarzt.

Besonderheiten des Weisheitszahns

Der Weisheitszahn, auch Dens sapiens (lat. sapiens = vernünftig, weise) bzw. Dens serotinus  (lat. serotinus =spät kommender) Zahn genannt, ist von der Kiefermitte aus gezählt, der achte Zahn des menschlichen Gebisses. Deshalb wird er einfach „der Achter“ genannt.

Normalerweise hat ein Mensch vier Weisheitszähne. Diese kommen nicht beim kindlichen Zahnwechsel durch, sondern erst mit ca. 16 Jahren oder im Erwachsenenalter. So entstand die deutsche Bezeichnung „Weisheitszahn“. Bei manchen Menschen brechen die Weisheitszähne auch überhaupt nicht durch, dann spricht der Zahnarzt von einer Retention (lat. retenere = zurückhalten).

Das menschliche Zahnschema

Das vollständige Erwachsenengebiss besteht aus 32 Zähnen – in jedem Quadranten befinden sich oben und unten:

FDI Zahnschema - Weisheitszahn2 Schneidezähne,
1 Eckzahn,
2 Vorbackenzähne
– bis zu 3 Mahlzähne.

Die jeweils dritten, hintersten Mahlzähne sind Weisheitszähne. Sie befinden sich im Kiefer hinten auf jeder Seite oben und unten.
Eine weitere, erstaunliche Besonderheit der Weisheitszähne ist, dass sich bei manchen Menschen mehrere Weisheitszähne, „Neuner“ oder gar „Zehner“ bilden können. Diese zusätzlichen Weisheitszähne bedürfen grundsätzlich der ärztlichen Kontrolle, da kaum ein Kiefer in der Lage ist, diesen Zähnen ausreichend Platz zu bieten.

Weisheitszähne beeinträchtigen jedoch nicht nur ein günstiges Verhältnis von Kiefergröße zu Zahnanzahl. Für welche sonstigen Beschwerden möglicherweise ein Weisheitszahn verantwortlich sein kann, erklären wir im Folgenden.

Der Weisheitszahn und die Zahngesundheit

Es gibt eine Reihe von gesundheitlichen Problemen, die durch Weisheitszähne verursacht werden können. Insbesondere retinierte Weisheitszähne, die im Kiefer verborgen bleiben oder nur teilweise „durchbrechen“ und nicht gerade in der Zahnreihe stehen, können zu erheblichen Komplikationen führen.

Die häufigsten Komplikationen durch Weisheitszähne sind:

  • Infektionen im Spalt zwischen Zahnkrone und Knochen.
  • Kariesbildung durch Schmutznischen auf der teilweise durchbrochenen Zahnkrone und den benachbarten Zähnen.
  • Schädigung oder Risse im Zahnschmelz der benachbarten Zähne.
  • Eitrige Entzündungen der Zahnfleischkapuzen.
  • Entzündung des Zahnnervs.
  • Zysten aus dem umliegenden Gewebe.

In seltenen Fällen kann sich ein Tumor aus dem die Zahnkrone umgebenden Gewebe bilden. Sollten Sie eine weiche Ausstülpung im Kiefer ertasten, ist eine zahnärztliche Untersuchung dringend anzuraten.

Auch ganz alltägliche Erscheinungen wie nächtliches Zähneknirschen, Kiefergelenkschmerzen oder Kopf- und Nackenschmerzen lassen sich gelegentlich auf ungünstige Druckverhältnisse aufgrund von Weisheitszähnen zurückführen. Sogar Ohrgeräusche (Tinnitus) können durch Weisheitszähne verursacht oder begünstigt werden.

Beschwerden beim Kauen entstehen vor allem dann, wenn ein Weisheitszahn nur in einem Quadranten durchbricht und sein Antagonist (Gegenspieler) fehlt. Dann kann es zu einer sogenannten Elongation des Zahns kommen. Der Weisheitszahn wächst weiter aus dem Kiefer als die benachbarten Zähne, auf der Suche nach dem Bisswiderstand. Dadurch kann ein Gleithindernis beim Kauvorgang entstehen.

Da potentiell bei jedem Menschen eine Gefahr von Zahnschäden durch Weisheitszähne bestehen kann, sollte das richtige Zusammenspiel von Kiefergröße und Zahnanzahl auch im Erwachsenenalter beobachtet bzw. untersucht werden. Besonders Jugendliche und junge Erwachsene können die Ebenmäßigkeit ihrer Zähne erhalten, wenn frühzeitig ein Zahnarzt zu Rate gezogen wird, sobald sich der erste Weisheitszahn bemerkbar macht.

Entfernung von Weisheitszähnen

Sofern der Zahnarzt anhand des Röntgenbildes krankhafte Veränderungen erkennt, kann er entscheiden, ob ein operativer Eingriff notwendig ist. Ist ein Weisheitszahn erkrankt, ist es meist empfehlenswert ihn zu entfernen.

Manche Weisheitszähne stehen regulär in Zahnreihe und lassen sich wie andere Zähne einfach ziehen.

Andere Weisheitszähne haben eine uncharakteristische anatomische Form und bilden verkrümmte Wurzeln in unterschiedlicher Anzahl. Dann kann die Extraktion eine Herausforderung für den Zahnarzt sein. Ein Fachzahnarzt mit der Zusatzqualifikation Oralchirurg verfügt jedoch über die nötige Erfahrung bei Weisheitszahn-OPs, so dass auch in diesen Fällen ein schmerzloser Eingriff möglich ist.

Die operative Entfernung eines Weisheitszahns erfolgt stets unter örtlicher Betäubung. Auf Wunsch des Patienten oder bei komplexeren Eingriffen ist eine Vollnarkose sinnvoll. Befragen Sie Ihren behandelnden Zahnarzt oder Oralchirurgen nach der für Sie besten Variante der Anästhesie.

Was tun nach der Weisheitszahnentfernung?

Nach der Extraktion bzw. nach der operativen Entfernung eines Weisheitszahns wird in der Regel ein Schmerzmittel verordnet, das die Blutgerinnung nicht hemmt.

Wir empfehlen unseren Patienten, sich in den Tagen nach der Weisheitszahn-OP, nicht ausschließlich auf ein Schmerzmedikament zu verlassen. Aktive Mithilfe kann signifikant zu einer guten Wundheilung beitragen.

So können Sie selbst die Wundheilung nach einer Weisheitszahn-OP unterstützen:

  • Lindern Sie evtl. Schwellungen durch Kühlung mit Kühlpackungen.
  • Verwenden Sie antiseptische Mundspülungen, die die Keimzahl in der Mundhöhle verringern. Das Praxisteam gibt Ihnen gern eine Empfehlung einer geeigneten Spülung.
  • Bei der Zahnpflege kann der Wundbereich in den ersten Tagen etwas ausgespart werden. Aber die Zahnpflege sollte wie gewohnt fortgeführt werden. Den Wundbereich können Sie bald mit einer weichen Bürste reinigen.
  • Verzichten Sie auf Koffein (Kaffee, schwarzer oder grüner Tee, Energydrinks).
  • Trinken Sie keinen Alkohol.
  • Auch wenn es schwer fällt: Rauchen Sie nicht! Der Tabakrauch lässt die Wunde langsamer heilen. Wenn es gar nicht anders geht: Verwenden Sie bis die Wunde geschlossen ist Nikotinpflaster.
  • Sport oder starke körperliche Anstrengungen sollten Sie auf jeden Fall meiden.
  • Ebenso sind Sonnenbäder, intensive Wärmeeinwirkung sowie der Besuch des Solariums oder der Sauna zu vermeiden.
  • Erfragen Sie den Zeitraum, wann Sie nach dem Eingriff wieder essen können bei Ihrem behandelnden Zahnarzt und halten Sie sich bitte an seine Anweisungen.

Falls Sie bereits wissen, dass bei Ihnen eine Weisheitszahnentfernung durchgeführt werden muss und Sie deshalb beunruhigt sind: Gehen Sie das Thema offensiv an. So schützen Sie sich am besten vor langfristigen und womöglich schwerwiegenden Folgen. Das Team von DENVITA unterstützt Sie dabei von der umfassenden Aufklärung bis zur Nachsorge.

Benötigen Sie eine zweite Meinung? Ihr Zahnarzt empfiehlt Ihnen Weisheitszähne entfernen zu lassen, Sie sind aber von der Notwendigkeit der Maßnahme nicht überzeugt? Konsultieren Sie uns für eine in der Regel von den Krankenkassen übernommenen „zweiten Meinung“. Wenn möglich bringen Sie Röntgenaufnahmen oder vorliegende Befunde mit.

Sind Sie Angstpatient? Es gibt erprobte Konzepte, mit denen Ihnen geholfen werden kann. Gehen Sie einer Lösung Ihrer Zahnprobleme nicht länger aus dem Weg! Wenden Sie sich an uns und bitte weisen Sie direkt im ersten Kontakt darauf hin, dass Sie sich die besondere Behandlung für Angstpatienten wünschen. Unsere Zahnärzte konnten bereits zahlreiche Patienten von ihrer Zahnarztangst befreien und auch bei scheinbar aussichtslosen Fällen eine deutliche Verbesserung der Zahngesundheit erreichen.

Beratung und Termine unter Telefon: 0221 27 24 34 0