Vollnarkose beim Zahnarzt

Wann bekommt man eine Vollnarkose beim Zahnarzt?

Eine Vollnarkose wird in Zahnarztpraxen nur bei besonders schwierigen Behandlungen wie manchen Eingriffen in der Oralchirurgie, schwierigen Umständen oder bei Kindern durchgeführt. Auf eigenen Wunsch und auf eigene Kosten kann jeder Patient um eine Vollnarkose bitten.

Wer überwacht die Durchführung einer Zahnbehandlung unter Narkose?

Verantwortlich sind ein Narkosefacharzt und ein Assistent

Vor der Vollnarkose

Vor jeder Vollnarkose wird der Zahnarzt eine ausführliche Anamnese über den Gesundheitszustand des Patienten durchführen. Dazu gehören Alter, Gewicht, Allergien, Unverträglichkeiten, Vorerkrankungen aber auch der momentane Ist-Zustand. Es erfolgt auch die Mitteilung dass am Tag der Behandlung mit Vollnarkose nicht gegessen und getrunken werden darf. Auch die Information, dass Sie nach einer Vollnarkose nicht mit dem eigenen Auto fahren dürfen und sich am besten abholen lassen, erfolgt.
Es werden Risiko und Nutzen gegeneinander aufgewogen. Alle besprochenen Detailpunkte werden schriftlich festgehalten und von Ihnen als Patient sowie dem durchführendem Arzt (Anästhesisten/Narkosearzt) unterschrieben.

Während der Behandlung unter Vollnarkose

Für die korrekte Einleitung und Durchführung der Vollnarkose ist immer ein Anästhesist anwesend und verantwortlich. Er kontrolliert Blutdruck, Kreislauf, Atmung, Schlaftiefe und Herzschlag. Dafür werden Blutdruck und Puls gemessen und ein EKG geschrieben sowie manchmal auch ein vereinfachtes EEG. Der Anästhesist entscheidet auch über die korrekte Dosierung des Narkosemittels. So kann sich Ihr behandelnder Zahnarzt voll und ganz auf die eigentliche Behandlung konzentrieren.
Weil der Körper nicht mehr von alleine atmet während einer Vollnarkose muss der Patient vom Anästhesisten künstlich beatmet werden.

Dafür stehen zwei Methoden zur Verfügung:

  • Es wird ein Beatmungsschlauch in die Luftröhre eingelegt sobald der Patient schläft.
  • Häufig reicht auch eine Beatmungsmaske die in den Mund-Rachen-Raum geschoben wird.

Nach der Behandlung

In einem separaten Ruheraum können Sie in Ruhe aufwachen und werden von Ihrem Anästhesisten sowie Pflegekräften kompetent und fürsorglich betreut. Meistens können Sie nach einer gewissen Zeit der Erholung nach Hause.

Wie verläuft eine Vollnarkose beim Zahnarzt?

Alle physiologischen Vorgänge werden von modernen Geräten überwacht. Nach Beendigung stationärer Aufenthalt bis alle Organe stabil und von alleine arbeiten.

Für eine Vollnarkose beim Zahnarzt stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Die Gasnarkose
  • Sie ist die älteste Form der Vollnarkose und wird auch heute nach wie vor noch angewandt. Dem Anästhesisten stehen dafür verschiedene Gase zur Verfügung. Diese werden vom Patienten eingeatmet und entfalten sich im Gehirn. Für die Narkosetiefe orientiert sich der Anästhesist an der Konzentration des Narkosegases in der Atemluft des Patienten. Zusätzlich werden meist Schmerzmittel, so genannte Opiate, zur vollständigen Schmerzausschaltung eingeschaltet.
  • Die Injektionsnarkose
  • Das Risiko von Übelkeit und Erbrechen nach dem Aufwachen aus der Vollnarkose ist bei der Injektionsnarkose im Vergleich zur Gasnarkose geringer. Die Einschätzung über die Höhe der Konzentration des Schlafmittels im Blut ist allerdings nicht genau zu messen. Der Anästhesist orientiert sich durch die Beobachtung von Blutdruck, Puls, Tränenfluss und Schwitzen sowie Bewegungen. Auch diese Narkoseform wird durch die Gabe von Schmerzmitteln begleitet.

Wenn bei Ihnen eine Zahnbehandlung unter Vollnarkose durchgeführt wird sollten Sie einen stationären Aufenthalt anschließend einplanen. In Absprache mit Ihrem behandelnden Zahnarzt können Sie abklären, wie lange dieser voraussichtlich dauert. Auf jeden Fall werden Sie so lange stationär betreut, bis alle Organe selbständig und ohne Komplikationen arbeiten.

Kostenübernahme für die Vollnarkose beim Zahnarzt

Bei Vorlage eines psychiatrischen Gutachtens
Ist eine konventionelle Zahnbehandlung bei Ihnen nur unter Vollnarkose möglich weil Sie unter einer Zahnbehandlungsphobie leiden, sollten Sie sich von Ihrem Psychotherapeuten eine Bescheinigung hierüber für Ihre Krankenkasse ausstellen lassen in der die Notwendigkeit begründet wird. So kann eine Kostenübernahme erreicht werden.

Bei anerkannten Angstzuständen
Leiden Sie unter schweren Angstzuständen, die ärztlich anerkannt sind und können deswegen nicht unter einer Lokalanästhesie behandelt werden übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Vollnarkose. Ein entsprechendes ärztliches Gutachten sollte auch hier Ihrer Krankenkasse vorgelegt werden.

Bei Kleinkindern
Ist das zu behandelnde Kind unter 12 Jahre alt übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Vollnarkose auch ohne gesondertes ärztliches Gutachten über eine außerordentliche Notwendigkeit.
Über diese Patientengruppe hinaus können auch die Kosten einer Vollnarkose für Patienten mit einer geistigen Behinderung oder schwerer Bewegungsstörung übernommen werden. Dies gilt auch für den Fall, dass eine schwere Unverträglichkeit / Allergie gegenüber örtlichen Betäubungsmitteln vorliegt. Auch wenn ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist, der auf gar keinen Fall unter einer Lokalanästhesie (LA) durchgeführt werden kann übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Vollnarkose.
Haben Sie eine Zusatzversicherung abgeschlossen können die Kosten durch diese Versicherung alleinig oder zusätzlich zur gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. Informieren Sie Ihren Versicherungsgeber rechtzeitig über die anstehende Behandlung.

Weitere Narkose-Methoden in der Zahnarztpraxis

Dämmerschlaf

Der Patient unterliegt einer Bewusstseinstrübung, kann aber kommunizieren. Schmerzausschaltung über Lokalanästhesie.
Der Dämmerschlaf, eingeleitet durch die Verabreichung eines Seditiva, eignet sich hervorragend bei Patienten im Unruhezustand aufgrund von physischen oder psychischen Erkrankungen. Viele Patienten empfinden es als beruhigend, dass Sie weiterhin kommunizieren können. Eine zusätzliche Lokalanästhesie ist durchaus üblich. Es handelt sich hier um eine Behandlung ohne Angst und Stress als positives Erlebnis für Patienten mit bisher eher negativen Erfahrungen.

Sedierung

Empfohlen für längere Eingriffe. Der Zustand ähnelt dem des natürlichen Schlafes. Aufwachen schon nach 5-10 Minuten nach Beendigung.
Bei einer Sedierung werden die Funktionen des zentralen Nervensystems durch ein Beruhigungsmittel (Sedativum / Sedativ) gedämpft.
In höherer Dosierung wird die bewusste Wahrnehmung ausgeschaltet wodurch sich der Patient auch von eventuellen Ängsten distanziert. Trotzdem bleibt der Patient ansprechbar. Damit lebensnotwendige Schutzreflexe wie zum Beispiel der Hustenreflex erhalten bleiben trifft Ihr Anästhesist die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen. Ist die Behandlung abgeschlossen wachen Sie auf Grund der sehr genau zu berechnenden Sedierung meist nach 5-10 Minuten wieder auf.

Die Analgosedierung

Von dieser Art der Sedierung wird gesprochen, wenn zusätzlich ein Analgetikum zur Schmerzausschaltung verabreicht wird. Hier ist eine komplette und konstante Überwachung des Patienten durch einen Anästhesisten unumgänglich.